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mit freundlicher Genehmigung von Claudia Haider

Vom 16. zum 18. Jahrhundert hin veränderte die Querflöte sich entscheidend. War die innere Bohrung zu Anfang noch zylindrisch gewesen, so findet sich im 18. Jahrhundert bereits in Mittelstück und Fuß eine konische Innenbohrung. Diese Veränderung zeichnet sich deutlich in den neuen Griffbildern der Lehrwerke ab.
Damals waren die Flöten bereits dreiteilig. Zum Anpassen der Stimmung, die damals von Ort zu Ort variierte, verfügte jedes Instrument über mehrere austauschbare Mittelstücke. Die sechs Grifflöcher ermöglichten inzwischen das Spiel von Dur-Tonleitern. Der Tonumfang reichte vom eingestrichenen d bis zum dreigestrichenen a, wobei Quanz das dreigestrichene e als den höchsten brauchbaren Ton bezeichnete.
Nachträglich wurde diesem System ein zusätzliches Loch, das für neue Tonarten erforderlich wurde, hinzugefügt. Da das neue 7. Loch (dis) mit den Fingern auf herkömmliche Art nicht zu erreichen war, wurde die erste Klappe angebracht. Das Ergebnis war vor allem eine verbesserte Intonation und ein größerer Tonumfang.
Zwischen 1720 und 1830 versuchten sich zahlreiche Musiker an der Verbesserung des Instrumentes. Neue Klappen und Löcher wurden zugefügt. Die meisten Änderungen brachten jedoch genauso viele Vor- wie Nachteile, so daß sich viele von ihnen nie ganz durchsetzten und bald wieder vergessen waren.
1751 wurde vermutlich in Frankreich die Baßflöte erfunden. Nach heutigen Bezeichnungen müßte sie allerdings Altflöte heißen. Da die Länge der Flöte die direkte Bedienung der Löcher unmöglich machte, war man gezwungen, weitere Klappen anzubringen. Dadurch wurde möglicherweise auch die Entwicklung der Konzerflöte beeinflußt.
 

 

Johann Joachim Quantz

 

Fünfteiliges Quantz-Traverso aus Ebenholz mit Austausch-Mittelstücken

 

Um 1770 versuchte man im nächsten Schritt, die Gabelgriffe durch zusätzliche Löcher und Klappen überflüssig zu machen. Dies gelang. Schließlich blieb nur für das C ein Gabelgriff erforderlich. Diese letzte Lücke wurde später von Johann Georg Tromlitz geschlossen. Die entstandene Mechanik war allerdings reichlich wackelig und unzuverlässig. Ein schnelles und sauberes Spiel war auf diesen Instrumenten beinahe unmöglich.
Der hauptsächliche technische Nachteil der damaligen Instrumente lag darin, daß die Grifflöcher nach der Spannweite der Finger gesetzt wurden. Alle Maße entsprachen nur der Erfahrung der Flötenbauer und folgten keinen akustischen Erkenntnissen.
Das verbreiteste Material war Buchsbaum, der durch den feuchten Atem aufquoll und zu einer trotz aller technischen Verbesserungen immer noch ungenügenden Intonation führte. Daneben wurden aber auch Ebenholz, Grenadill, Ahorn oder Elfenbein verwendet.
Johann Sebastian Bach schrieb erst nach einem Besuch der Oper in Dresden (1730) Stücke für die Flöte. Wahrscheinlich hatte er dort jemanden spielen hören, der Eindruck auf ihn gemacht hatte. Auch nach diesem Zeitpunkt kamen in seinen Werken aber immer entweder Block- oder Querflöten zum Einsatz. Ursache hierfür war vermutlich, daß beide Instrumente von den gleichen Musikern gespielt wurden. Dennoch setzte Bach offensichtlich auf sehr talentierte Flötisten, da seine Stücke mehrfach Töne über dem dreigestrichenen f verlangen.

 

 

Johann Georg Tromlitz

Ein Meilenstein der Flötengeschichte ist das Buch Les Principles de la Flute Traversiere (1707) von Jacques Hotteterre . Er ist Vertreter einer bedeutenden Flötisten-Familie.
Der Beginn des 18. Jahrhunderts brachte der Flöte eine Blütezeit. Mit verantwortlich dafür waren Musiker wie oben genannter Jacques Hotteterre, John Loeillet und Johann Joachim Quantz. Die Tatsache, daß die Flöte auch am französischen Hof beliebt war, machte sie in ganz Europa, das sich ohnehin stark an Frankreich orientierte, salonfähig.

Jacques Hotteterre

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