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Es scheint, als sei die Querflöte von allen Flöten als letzte entstanden. Man vermutet, daß sie von den
Nomaden in Zentralasien erfunden wurde, und von dort zusammen mit den Ziegen und Schafen nach Europa kam. Wahrscheinlich tauchte sie am Ende der Steinzeit auf und war in der Antike eher eine Seltenheit.
Eventuell wurde sie auch unabhängig voneinander in verschiedenen Gegenden entwickelt
Die folgenden Beispiele für Funde, die auf Querflöten hinweisen, sind darum nicht so recht einzuordnen. Sie stellen lediglich Fragmente
dar, die kein geschlossenes Bild ergeben. Die allerersten Flöten aus prähistorischer Zeit wurden aus Tierknochen hergestellt. Leider läßt sich bei vielen Funden nicht mehr rekonstruieren, wie sie gespielt wurden,
bzw. sicher sagen, daß es sich wirklich um bewußt hergestellte Instrumente handelt. Oft liegen heute nur noch Bruchstücke vor. Erste schriftliche Zeugnisse findet man in der chinesischen Poesie (Schï-djing).
Man ordnet der Querflöte das Zeichen tschï zu. Zu Beginn des 3. Jahrhunderts nach Christus wird dieses Schriftzeichen in einem Lexikon eindeutig mit der Querflöte in Verbindung gebracht. Dort heißt es, daß es schon im ersten Jahrtausend vor Christus existierte. Ob es jedoch von Anfang an immer die gleiche Bedeutung hatte, läßt sich hieraus nicht feststellen.
Auch ein indisches Grabmal (Stupa Sanchi) aus dem 1. Jahrtausend nach Christus trägt Reliefs, in denen Querflöten dargestellt werden. Diese werden allerdings nach links gespielt. Reliefs an einem Tempel
auf Java sind die ersten Abbildungen rechts gespielter Flöten. Im alten Griechenland kannte man die Querflöte anscheinend nicht. Erst in der hellenistischen Epoche taucht hier eine Wort-Neuschöpfung auf,
die die Querflöte bezeichnet: Photinx. Das früheste eindeutige Bild einer Querflöte findet sich auf einem etruskischen Relief aus der Nähe von Perusa.Dieses Relief zeigt einen
etruskischer Querflötenspieler aus einem Volumnier-Grab, 2. Jahrhundert vor Christus (Bild rechts)Es stammt aus dem zweiten oder ersten Jahrhundert vor Christus. Die Etrusker scheinen das Instrument
überhaupt sehr geschätzt zu haben, da uns aus ihrer Kultur viele Abbildungen der Flöte erhalten geblieben sind.
Auch Münzen mit Bildnissen von Flötisten sind uns überliefert. Eine stammt beispielsweise aus der Ortschaft
Baniyas (Früher Caesarea Panias) und wurde im Jahr 169 n. Christus geprägt. Ursache für häufige Darstellungen von Flöten in dieser Gegend ist der Gott Pan. Ihm wurde eine Grotte nahe der Stadt geweiht.
Die Römer übernahmen die Querflöte von den Etruskern. Das lateinische Wort "tibia" bezeichnet sowohl Schienbein als auch Blasinstrument, was nochmals auf die Frühzeit des Instruments verweist.
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