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mit freundlicher Genehmigung von Claudia Haider

1832 brachte dann endlich Theobald Böhm eine völlig neue Flöte hervor. Er ließ beinahe nichts beim alten. Statt Holz verwendete er Metall, die Dicke der Rohrwand, Anzahl, Größe und Anordnung der Löcher, sogar das Mundloch wurde von ihm verändert. Trotz vieler kritischer Stimmen (allen voran Tulou) zu Anfang, setzte sich das neue Instrument aber durch. Der allgemeine Durchbruch in Frankreich erfolgte, als 1860 Dorus den Lehrstuhl am Pariser Konservatorium übernahm.
 

Theobald Friedrich Böhm

Das Instrument von 1832 war eine Ringklappenflöte Die Bohrungen für die Grifflöcher waren ausschließlich nach akustischen Experimenten plaziert. Da so nicht alle erreicht werden konnten, verfügte das Instrument über eine völlig neuartige Klappentechnik. Diese erste Version hatte noch immer einen zuylindrischen Kopf und war erst ab dem Mittelstück konisch.
 

Da Böhm mit diesem Ergebnis noch nicht zufrieden war, erschien 1847 ein neues Modell. Nach dem Studium der Akustik beruhte die neue Anordnung der Klappen ausschließlich auf exakten Berechnungen. Die Innenbohrung wurde quasi umgekehrt: die neue Flöte hatte einen zum Kork hin parabolisch geformten Kopf und dafür zylindrische Fuß- und Mittelstücke.
 

Die erste Goldflöte wurde 1869 von Louis Lot gebaut. Neben Silber und Gold sind heute für den Flötenbau folgende Materialien gebräuchlich: vergoldetes Silber, Weißgold, Neusilber (Legierung aus Kupfer, Zink und Nickel), Platin und Palladium.
Nach Böhms einschneidenden Verbesserungen nahm die Verbreitung der Flöte rasch zu. Die bessere Intonation und flexiblere Fingertechnik bewegte viele Komponisten dazu, Werke für das neue Instrument zu schreiben. Mit der neuen Literatur steigerten sich auch die musikalischen Leistungen, neue Techniken wie die Flatterzunge hielten Einzug. Durch Lehrer wie Taffariel, Gaubert und natürlich Moyse gewann Ende des vergangenen Jahrhunderts Frankreich eine Vormachtstellung in der Flötenwelt.
Mit Fug und Recht kann man die Querflöte als Modeinstrument unserer Zeit bezeichnen. Ein Indiz hierfür sind die stets überlaufenen Flötenklassen an den Musikschulen. Auch Künstler wie James Galway, James Newton oder Jethro Tull gewinnen für die Querflöte Liebhaber, indem sie neue Musikbereiche für das Instrument erschließen .
Natürlich wird auch heute weiter experimentiert und geforscht, um das Instrument zu verbessern. Besonders im Bereich der Polster bieten neue künstliche Materialien Alternativen. Auch Anpassungen für sehr junge Flötisten sind ein großer Markt .
Entwicklungen im Rahmen neuer Spieltechniken führen zu zusätzlichen Bohrungen und Klappen.
Als Beispiele seien hier die Matusi Flöte von Matthias Ziegler und die Kingma-Flöte genannt.
Bei ersterer befindet sich in der Nähe des Daumens eine zusätzliche Bohrung, die durch eine Membran verschlossen ist. Während des Spiels schwingt die Membran mit und erzeugt einen Klang, der an chinesische Bambusflöten erinnert. Ein Dämpfer ermöglicht es, diesen Effekt bei Bedarf abzustellen.
Mit der Kingma-Flöte ist es möglich Mehrklänge, Glissandi und Viertelstöne zu erzeugen
Eine weitere neue Flöte baut auf neue Materialien. Bei der Matit-Flöte sind Korpus und Kopf aus Carbonfasern. Bei der Mechanik sind die Federn durch Magnete ersetzt. Polster gibt es bei diesem Instrument nicht mehr.
Unter dem Namen Flautus Tremendus wird eine dreiteilige Zugflöte vertrieben. Diese Technik wurde speziell für Glissando-Stellen entwickelt.
 

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