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Allmählich entwickelte sich aus diesen Vorläufern der Oboe die Schalmei (13. Jh.). Die
Schalmeiinstrumente wurden über die Windkapsel
angeblasen. Das deutsche Wort Schalmei läßt sich auf das lateinische Wort Calamus zurückführen, was soviel bedeutet wie Rohr oder Halm. Charakteristisch ist bei der Schalmei der weite Schallbecher. Hier gab es verschiedene hohe und tiefe Instrumente, die aber nicht verschieden bezeichnet wurden. Erst Michael Praetorius (1571-1621) versuchte die Instrumente zu ordnen. Er nannte die höheren Instrumente Schalmei (Groß-Klein Schalmei und Schalmei). Die tieferen bezeichnet er als Pommer. Im 16. Jh. tauchte in Frankreich zum ersten Mal die Bezeichnung "Hautbois" für die hohen Schalmeien auf. Auch in England ist Ende des 16. Jh. die Rede von "Hautbois" und Shalms (1575). Höchstwahrscheinlich wurden dort die hohen Instrumente "Hautbois" (hohes Holz) und die tieferen "Shalms" (Schalmei) genannt. Auch Henry Purcell bezeichnete in seiner Oper "Dioclesian" (1695) den höheren Typ "tenner Hoboy". 
Aus all diesen Begriffen wurde dann im Laufe der Zeit der
Name "Oboe". Aus den Pommern entwickelten sich die Dulziane und Fagotte. Man kann nun auch nicht gerade sagen, daß Schalmeien in Oboen übergingen. Vielmehr verlief die
Entwicklung nebenher. Ende des 17. Jh. wurden Schalmeien mit einteiligem Korpus und weitem Konus und Oboen mit 3teiligem Korpus und engem Konus gebaut. Allerdings gab es
auch noch Schalmeien, die dreigeteilt waren oder Oboen, die die Fontanelle der Pommer aufweisen. Es ist schwierig zu sagen, wann die Oboe erfunden wurde. Vielmehr sollte man sagen,
es ist ein Ausleseprozeß aus ver- schiedenen Schalmeiarten. Eine Rolle spielte wahrscheinlich auch mit, daß Mitte des 17.
Jh. die Windkapselinstrumente verschwanden.Großen Anteil an der sogenannten Erfindung der Oboe hat zweifelsohne Jean de Hotteterre (gest. 1691)
. Er war Instrumentenbauer in Paris
und Musiker in der "Musique de la Grande Ecurie". Unter Ludwig XIV. (1638-1715) war ein Höhepunkt im Oboenbau erreicht und das Instrument verbreitete sich in ganz Europa. Man kann
also sagen, daß das Ursprungsland der Oboe Frankreich ist. In dieser Zeit wurden für den Bau der Oboen meist einheimische Hölzer verwendet (Obsthölzer, Buchsbaum, Buche, Ahorn). Erst
mit der Entwicklung der Seefahrt kamen Hölzer aus Übersee dazu (Ebenholz, Grenadill). Anfang des 18. Jh. baute man die Oboe in weiteren Variationen. So die Oboe d'amore, die etwas länger
war, wie die Oboe und eine kleine Terz tiefer erklingt. Mehrere Instrumente in F, wie z.B. die Tenoroboe wurden geschaffen. Es gab gebogene Exemplare (Oboe da caccia) und 1720 tauchte
eine Mischung aus Oboe da caccia (gebogener Korpus) und Oboe d' amore (kugelförmiges Schallstück), das Englisch Horn, auf. Von diesen drei Instrumenten in F hat nur das Englisch
Horn überlebt. Allerdings das gerade Englisch Horn, was Andreas Königsberger 1740 entwickelte. Zu erwähnen wäre noch die Musette, sie wurde meistens auf dem Lande zur
Begleitung von Volkstänzen gespielt. Zur An- blastechnik sei gesagt, daß bei Oboen jetzt das Rohrblatt zwischen den Lippen genommen wurde.
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