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Das ganze 18. Jh. erlebt die Oboe eine Blütezeit, die im 19. und 20. Jh. nie wieder erreicht wurde. Die französischen Oboisten waren absolute Spitzenmusiker und hatten internationalen  Ruf. Zum Bau der Oboen muß gesagt werden, das es bis zum 18. Jh. höchstens 2 oder 3 Klappen gab. Nur mit größter Zurückhaltung wurden im 18. Jh. mehrere Klappen eingeführt. Viele Musiker waren noch Anfang des 19. Jh.  streng dagegen, da die Klappen sowieso nicht richtig decken würden.

 Trotzdem gab es zu dieser Zeit einerseits Oboen mit nur 2 Klappen, andererseits gab es auch schon Instrumente mit 8 Klappen. Es dauerte nicht lange, und man wußte, daß sich die Klangeigenschaften mit Klappen besserten, da viele Gabelgriffe wegfielen. Es wurde viel  experimentiert, erste akustische Untersuchungen gab es und es wurde viel in der Fachwelt diskutiert. 1825 präsentierte Iwan Müller einen neuen Typ Klarinette (deutsches System), mit 13 Klappen, auf der man alle Tonarten spielen konnte. Das besondere an dieser Klarinette war  die Bauform der Klappen und die Verwendung von Schaflederpolstern, die die Tonlöcher exakt abdichteten. Auch er stieß in der Fachwelt nicht auf große Begeisterung. Trotzdem war die  Erfindung der Polster von großer  Bedeutung. Zu Gute kam dem Instrumentenbau auch, daß sich die feinmechanischen Kenntnisse immer mehr verbesserten. Besonders die Familie Trieberts  hat sich in Paris im Oboenbau einen Namen gemacht. Der Vater Georges-Louis Guilboume  (Wilhelm) Triebert (1770-1848) war aus Deutschland nach Paris gezogen und brachte viele  Anregungen für den Oboenbau mit.In Deutschland war auch ein Oboentypus mit 8-10 Klappen auf dem Markt. Sein  Sohn, Frederic  Triebert (1813-1878) entwicklete das französische Klappensystem und verengte den Konus der deutschen Oboe. Dieses System wurde dann 1880 vom Oboisten C. Gillet in seiner Klasse am  Pariser Conservatoire eingeführt und ist dadurch als "Conservatoire-System" bekannt. In

 Deutschland konnte man sich nicht so recht mit dem französischen System anfreunden. Im 19. Jh.  existierten parallel zwei Systeme in Europa. In Deutschland und Österreich wurde das deutsche System geblasen, in den romanischen Ländern und auch zunehmend in England das  französiche. Ende des 19. Jh. verbesserte sich auch die Klappentechnik immer mehr. Kugelblocklagerungen, Nadelfedern usw. wurden eingeführt.Und es wurde viel experimentiert.  Es gab Versuche, das von Theobold Böhm entwickelte Böhm-System für die Flöte auf die Oboe zu übertragen. So baute die Firma Boosey & Hawkes Oboen mit Saxophongriffen. Oder die so- genannte Beringer Oboe. Sie hatte ein Mundstück, an dem man ein ganz schmales, einfaches  Rohrblatt befestigen konnte. Die Beringer Oboe hatte also das Anblassystem einer Klarinette.  All das hatte sich aber nicht durchgesetzt. Anfang des 20. Jh. setzte sich auch in Deutschland immer mehr das französische System durch. Viele Instrumentenbauer kombinierten die deutsche  Griffweise mit französischer Bohrung. Aber dieses setzte sich auch nicht durch. 1920 führte Fritz Fleming die französische Oboe im Orchester des Konservatoriums in Berlin ein. So hat sich nun bis heute das französische System in den Orchestern durchgesetzt.

 

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